Mucc – Solid Sphere WORLD TOUR 09 + Kyutai [Review]

Oktober 16, 2009 at 4:04 pm (Music) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Nach einer gefühlten Ewigkeit verschlägt es die japanische Rockformation Mucc wieder einmal in hiesige Gefilde.  Sofern sie bereits ihre früheren Eroberungsfeldzüge in Europa als „World Tour“ titulierten, ist es diesmal wirklich eine Welttournee und die Band verschlägt es neben Deutschland auch nach Frankreich, Russland und sogar Südamerika.

Aus gegebenen Anlass – und weil ich es zum Release nicht getan habe – folgt nun eine kleine Review ihres bisher jüngsten Werks: Kyutai.

Das man mit seinen Aufgaben wächst, ist ein Sprichwort, welches wohl ziemlich jedem bekannt sein dürfte, wohl auch den vier Jungs von Mucc. Diese müssen nach dem relativ erfolgreichen Rockpop-Album „Shion“ jetzt natürlich nochmals eine Schippe drauflegen, können es sich aber leisten auch ein wenig mit ihrem Sound zu experimentieren.

Während „Shion“ damals schon die Grundlage für einen Sound lieferte, der auch einen kleinen Elektro- bzw. Synthesizer-Anteil besaß, zeigt sich bei „Kyutai“ schon im für Mucc typischen Intro, dass man an diesen Klängen versucht weiterhin festzuhalten. Auf der neusten Scheibe der Japaner sind solche Klänge also schon beinahe alltägliches Gut, mit dem hantiert wird.

Das soll aber nicht heißen, dass Mucc sich ab sofort nicht mehr mit altbewährtem rumschlagen. Bereits im zweiten Titel „Houkou“ zeigen sie ihre Stärke, welche im normalen Rock, auch ganz ohne Synthesizer etc., zu finden sind. Nichtsdestotrotz bietet es für hart gesottene Fans, die sich auf Muccs frühere Talente gefreut hatten, einen faden Nachgeschmack.

Das erste Hälfte des Albums durchzieht eine gewisse Monotonie, die für Mucc-Fans eher überraschend ist. Nicht falsch verstehen: Die Songs haben ein hohes Niveau und sind durchgehend gut, doch irgendwie haut es auch keiner der Songs großartig raus.

Tatsurous Gesang ist in manchen Songs noch genauso markant und gänsehaut-verursachend, wie auf den älteren Alben und Miyas Gitarrenspiel scheint sich um Welten verbessert zu haben.  Trotzdem bleibt immer der Gedanke im Hinterkopf: „Wieder eher Pop-Rock„. Zumindest erging es mir so beim ersten Hören.

Wenn man sich aber dazu durchringt, das Album ein zweites, drittes, viertes, oder gar fünftes Mal zu hören, merkt man, dass es doch irgendwie noch mehr Mucc beinhaltet, als man denkt. Da kommen dann solche Nummern wie „Lemming“ auf einen zu, ungefähr auf der Hälfte des Albums, die dann mit einem grandiosen Solo in der Mitte des Songs punkten und für eine Weile im Gehörgang verbleiben. Das sind dann auch die Songs, welche die Band live zu dem machen, was sie sind: atemberaubend.

Kyutai

Kyutai

Dicht gefolgt wird „Lemming“ dann von seinem (auf dem Album) Nachfolger: „Oz„. Der Song bietet schon ein einwandfreies Intro und schickt den Hörer dann auf eine kleine Odysee. Zwischen Miyas leichtfüßigem Gitarrenakkorden und Tatsurous Gesang, tummelt sich der schon erwähnte Electrosound, fügt sich aber ohne großes umsehen sehr gut in den Song ein und verleiht ihm seine Note.

Nach diesen eher Metal-lastigeren Songs folgt nun die zweite Hälfte (die eigentlich eher das letzte Drittel bezeichnet): Hier scheint es Mucc noch einmal etwa religiöser angehen zu wollen.

Fuyuu“ ist hierbei mehr oder minder die Einleitung, welche mit starkem Pop-Charakter daherkommt und – wenn man so will – auf den darauf folgenden Track, namens „Sanbika“, einstimmt. „Sanbika“ selbst ist recht hochtragend und enthält neben einigen netten Akkorden auch einen grandiosen Gesang, der Tatsurou sicherlich einiges abverlangt.  Kurz vor dem großen Finale des Albums, hauen Mucc dann aber noch einmal mit der Electro-Rock-Keule auf einen ein und man hört „Sora to ito„, welches melodisch – meiner Meinung – nach irgendwie nicht zwischen „Sanbika“ und dem abschließenden „Hanabi“ passt, denn beide haben diese eher kirchliche bzw. sehr tragende Grundstimmung.

Wie das Sprichwort es am Anfang bereits ankündigte,  wächst man an seinen Aufgaben. Mucc wachsen auch mit den Aufgaben, die sie sich stellen und das Album wächst dem Hörer eventuell auch ein wenig ans Herz. Kyutai ist keines dieser Bombastalben, welches einem direkt in den Sinn kommt, wenn man an die vier aus Ibaraki denkt. Es ist aber eines der Werke, die den Werdegang der Band verdeutlichen und zeigen, dass Mucc nicht immer den selben Brei abliefern, sondern auch experimentieren. Und deswegen gefällt es:

8/10


Tracklist:

1. Kyutai ~Instrumental~
2. Houkou
3. Ageha
4. Hide and Seek
5. Youen
6. Lemming
7. Oz
8. Fuyuu
9. Sanbika
10. Sora to Ito
11. hanabi

Das Album ist bereits in Deutschland erhältlich, natürlich wie alle Alben von Mucc unter dem Label deines Vertrauens: Gan-Shin

Morgen spielt die Band übrigens im ausverkauftem Backstage Werk in München. Wer jetzt Lust hat sie live zu sehen, sollte sich ran halten und an der Abendkasse vorbeischneien. (VVK: 29,00 Euro + VVK-Gebühren)

Abendkasse wird es leider keine geben. Tut mir Leid. Aber schaut doch in Berlin, ob ihr noch Karten bekommt!

Ansonsten folgt am Sonntag bzw. im Verlauf der nächsten Woche dann eine Konzertreview.

vsan

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