Paris REVIVAL ’09

September 1, 2009 at 7:49 pm (Andere Länder, Leben, Urlaub) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Paris, die Stadt der Liebe und Mode! Nur leider war davon während unseres Aufenthalts nicht viel zu sehen oder zu merken. Aber Liebe und Mode sind ja bekanntlich auch Geschmackssachen, welche für jede Person schon beinahe eigene extreme Ausmaße annehmen kann. Dennoch waren meine beiden Kumpanen und Ich uns relativ einig: NÄÄÄÄÄÄÄH!

Paris bei Nacht

Paris bei Nacht

Jedoch soll es heute nicht um Mode gehen, auch nicht um Liebe (eventuell ganz ganz kurz), sondern um unsere Woche in einer der bekanntesten Städte Europas, nach der sogar ein Syndrom benannt ist: Paris.

Sobald man den CDG (Flughafen Charles de Gaulles; im Nordosten) verlässt, bemerkt man schon „Ah! Wir sind in Paris!“ Und ich meine damit nicht, dass überall plötzlich auf Französisch steht, wo’s lang geht. Nein, ich rede von den nicht gerade ungesalzenen Preisen, die sich schon auf der Fahrt NACH Paris (vom CDG sind es nochmal gut 15 bis 30 Minuten, bis man im eigentlichen Paris ist) bemerkbar machen. So zahlt man für eine einfache Fahrt vom CDG in die Stadt (notgedrungen) schon 8,50 Euro. Man kommt nicht wirklich drumherum (es sei denn man nimmt ein Taxi oder mietet sich ein Auto, was letztendlich ja auch nicht billiger sein wird).

Sollte man für eine Woche in der Stadt bleiben, lohnt es sich einen ‚Passe NaviGo‘ zu kaufen. Es reicht wenn man die kleine Karte für die ersten zwei Zonen/Ringe auflädt. Das kostet einen ungefähr 25 Euro, allerdings schont es die Nerven und in Zukunft ist man nochmal ein wenig schneller mit Metro, Bussen, RER etc. unterwegs. (Eigentlich sollte man Passfoto aufkleben und unterschreiben, aber… mal ehrlich, man ist nur ’ne Woche in der Stadt und Kontrollen sind selten…)

Wir kommen also an unserem netten, kleinen Hotel an und bringen erst einmal unser Gepäck eine schmale Treppe hinauf in den vierten Stock, bis wir in einem kleinen, für 3 Personen vielleicht etwas zu kleinen Zimmer stehen und uns dort vorerst breit machen. Gefühlte 40°C im Schatten, Kippen zünden sich im Sonnenlicht schon von allein an, wenn man sie nur schief anschaut, der Stoff der Kleidung badet sich im Schweiße der sich bewegenden Leute. Also verdammt warm, wenn man so will.

Jetzt erst einmal nicht bewegen, nur reden. Es wird geplant. Was wird angeschaut, wann wird angeschaut, wie wird angeschaut. Da wir Paris vor gut einem Jahr schon einmal besucht hatten, kannten wir die Stadt also schon ein wenig, wussten wie wir, wo hinkommen usw.

Hier einmal eine Liste der Dinge die wir uns dieses Mal angesehen haben:

  • Schloss Versailles (lag zwar nicht mehr in unserem ‚Passe NaviGo‘-Bereich, aber kostet auch nur 2,50 Euro)
  • Louvre (muss man glaube nichts mehr zu sagen)
  • Musée d’Orsay (ehemaliger Bahnhof, jetzt ein Museum)
  • Galeries Lafayette (großes Kaufhaus)
  • Centre Georges Pompidou (viele Ausstellungen, Schlange ist sehr sehr lang und wir hatten keine Geduld)
  • Forum Les Halles (ebenfalls eine Einkaufspassage, 4 Etagen tief)
  • Tour de Montparnasse (leider nur von Außen, uns war dann der Eintritt doch zu teuer und unangemessen)
  • Katakomben (waren geplant, aber 2h anstehen bringen nichts, wenn die letzte Führung um 17 Uhr beginnt, man aber erst um 16 Uhr dort ankommt…)

Abgesehen davon, haben wir natürlich auch den Eiffelturm besucht, sind über die Champs Elysées geschlendert und haben die Sonne in einigen der Markt-, Seitenstraßen und Parks bzw. Gärten genossen, die überall verstreut in Paris zu finden sind.

Das Wundervolle für Schüler (bis 18 Jahren) und Bürger der EU (bis 25 Jahren) ist, dass so gut wie sämtliche Museen und sonstige kulturellen Einrichtungen keine Eintrittspreise verlangen. Schülerausweise bzw. Personalausweise genügen vollkommen und man kommt so gut wie überall gratis rein. Das war letztendlich auch der Grund für uns, unsere Köpfe ordentlich mit Museen und vergleichbaren Einrichtungen zu stopfen.

Das Paris teuer ist fällt einem dann auch beim Essen auf. Wir hatten uns zum Glück schon vor unserem Abflug ausreichend mit Nudelsuppen eingedeckt, wollten jedoch nicht auf andere schmackhafte Nahrungsmittel verzichten. Wer billig Einkaufen gehen will, dem kann man die in Paris verstreuten „Leader Price“-Läden empfehlen. In diesen Läden gibt es die wohl günstigsten Sachen, selbst für Pariser Verhältnisse. Angefangen beim 8,0 Vol. %igen Bier aus der Dose für 0,80 Euro über Wasser, bis hin zu preiswertem Brot und Aufstrichen etc. pp.

Raucher sollten sich überlegen, ob sie nicht schon vor der Anreise aufhören, oder sich genügend Zigaretten mitnehmen. Wir haben uns in dieser Woche unsere Lungenbrötchen selbst gestopft, da wir im letzten Jahr schon gemerkt haben, dass Zigaretten hier nicht sonderlich billig sind und es außerdem nirgendwo Automaten gibt.

Apropos Automaten:Paris, die Stadt der Liebe“ beruht wohl darauf dass an beinahe jeder Ecke (auf jeden Fall an jeder Apotheke) Durex-Kondomautomaten zu finden sind… Soviel zur Liebe.

Den ersten Tag haben wir noch recht entspannt verbracht, haben uns die Gegend angesehen und uns erkundigt, wo wir was finden können. Es hat sich recht schnell herausgestellt, dass das Viertel in dem wir waren wohl sogar Paris‘ „Szeneviertel“ (Metro-Station: Oberkampf [und sogar ’ne Anspielung auf ’ne Band gemacht *hihi*]) sein sollte… Nun ja, zumindest gab es einen Haufen Bars und Kneipen in der Nähe, das ist ja schon mal was für die Abende.

Später, am Dienstagabend erfuhren wir dann, das Paris irgendwie nicht wirklich viel „Alternatives“ bot. Es soll wohl weniger wie bei uns verschiedene Richtungen geben, à la Rock-, Pop-, Electro-Discos, viel mehr scheinen dort alle eher in Richtung Dance/Electro/Techno/HipHop zu tendieren. Schlecht für mich, da ich das Zeug so gut wie gar nicht mag. Aber naja.. Geschmäcker halt.

Wie dem auch sei, man empfahl mir, mich mal bei der Bastille umzusehen, dort soll es wohl ein gutes Piercingstudio geben und auch sonst mehr Sachen in Richtung Alternative.

Louvre

Louvre

Das Louvre sollte spätestens nach Dan Browns Romanen nun jeder noch so verschlafene Bummler kennen. Am bekanntesten ist wohl Leonardo Da Vincis „Mona Lisa„, ein Bild, das meiner Meinung nach vollkommen überbewertet ist und im Original noch langweiliger aussieht, als in jedem Film, oder in jedem Buch beschrieben. Ich weiß nicht was die Leute an dem Gemälde so grandios finden, dass sie sich darum tingeln müssen, wie um einen Götzen. Es gibt im Louvre Porträts, welche weitaus sehenswerter sind. Bspw. „Das Floß der Medusa„, oder (meinetwegen auch) „Die Freiheit führt das Volk„, ein Bild, das ich persönlich nach so vielen Jahren Geschichtsunterricht zwar nicht mehr sehen kann (das aber beinahe jedes Geschichtsbuch schmückt), aber welches immer noch schöner und besser ist, als das zu groß geratene Passfoto einer Frau, die mich so brennend interessiert, wie der Dreck unter meinen Fingernägeln…

Nichtsdestotrotz ist das Louvre natürlich einen Besuch wert (erst recht, wenn man kostenlos hinein kommt). Neben zahlreichen Gemälden gibt es auch andere Dinge zu begutachten, zum einen die Ägyptische Abteilung, in der viel über alte Pharaonen und das ganze Brimborium einer der ersten Hochkulturen der Menschheitsgeschichte zu sehen ist. Ebenfalls sehenswert ist das griechische Pendant dazu, welches ebenfalls viele Skulpturen vorweist und auch nett anzusehen ist. Welche Ausstellungen sonst noch im Louvre zu sehen sind, kann man sich gerne auf der Homepage ansehen.

Vergleichsweise klein ist im Gegensatz dazu das Musée d’Orsay, welches in meinen Augen dem großen Louvre, in dem man sich Tage aufhalten könnte um alles anzusehen, aber in nichts nachsteht. Das „Bahnhofsmuseum“ beherbergt unter seinen Exponaten größtenteils Bilder aus dem grob geschätzten Zeitraum von 1850 bis 1920 und bildet zusammen mit dem Musée de l’Orangerie (hier), welches unweit davon entfernt zu finden ist, einen Museumskomplex (auch das Louvre zählt wohl dazu), in dem man vor allem impressionistische und post-impressionistische Werke bewundern kann. Unter anderem auch „Die Geburt der Venus„, oder dieses interessante Bild von Gustave Courbet:

L'Origine de la monde

L'Origine du monde

Auch hier gibt es wieder mehrere Ausstellungen. Zur Zeit unseres Urlaubs war zum Beispiel eine Wanderausstellung über Max Ernst zu sehen: „Une semaine de bonté. Les collages originaux

Eine Ausstellung, in der mehrere surrealistische Holzstiche zu sehen waren, die er in kleinen Romanheften (korrigiert mich, wenn ich falsch liege!) veröffentlicht hat. Man musste schon sehr genau hinsehen um alles gut zu erkennen, aber es war durchaus interessant.

Während wir die Katakomben komplett sausen ließen, den Tour de Montparnasse nicht erklommen, sondern nur von unten gefilmt haben, sind wir wenigstens einmal kurz durch die Sicherheitsschleuse des Centre Georges Pompidou gegangen und haben uns im großen Eingangsbereich um 360° gedreht um einen gewissen Überblick zu erhalten. Allerdings war die Ausstellung so gut besucht, dass wir das stundenlange Anstehen nicht auf uns nehmen wollten und somit haben wir uns wieder hinaus begeben.

Versailles hingegen haben wir uns in vollen Zügen angesehen, sowohl von außen die Gärten, als auch von innen sämtliche Zimmer. Es war durchaus interessant und schon ein wenig atemberaubend wie der werte Louis XIV damals gelebt hat. Der kleine Frechdachs der!

Das Gelände auf dem das Schloss steht, ist so riesig, dass man sich durchaus überlegen sollte, ob man sich nicht einen kleinen Wagen mietet um damit durch die Gegen zu fahren. Nachdem wir zumindest einen gefühlten Kilometer zurück gelegt hatten und noch immer nicht am Ende der Gartenanlage waren, haben wir kehrt gemacht und uns im Schloss selbst umgesehen.

Als Gärtner dort muss man sicherlich gut verdienen….

Im Schloss selbst konnte man sich zwar nicht sonderlich frei durch die einzelnen Zimmer bewegen, (Es gab den ‚Trott‘ dem man folgen musste nach dem Motto „Die Karawane zieht weiter„) der beinahe schon erdrückende Luxus, den sich der König damals gönnte, war jedoch noch immer allgegenwärtig: Der verspiegelte Saal, sein Schlafgemach, das seiner Frau etc. pp. Prunk, Prunk, Prunk. Alles glitzerte und glänzte. Beinahe wäre ich neidisch geworden, aber dann fiel mir wieder ein, wie kümmerlich und klein der „von Gott erwählte“ doch war und dass da sicherlich Kompensation und Minderwertigkeitsgefühle im Spiel waren :’D

Viel mehr möchte ich euch auch gar nicht erzählen zu unserem Urlaub. Viel mehr kann man eigentlich auch gar nicht sagen. Die Abende haben wir übrigens meist mit Bier und Gitarre verbracht (unterm Eiffelturm beispielsweise) Freitagabend wollten wir uns einmal Cocktails in einer der umliegenden Bars gönnen. Fehlanzeige: Preis-/Leistungsverhältnis scheinen die Franzosen nicht zu kennen. Viel zu kleine Gläser für viel zu viel Geld. Dann doch lieber acht-prozentiges Bier aus der Dose für 80 Cent.

Aber genug der Worte, lassen wir Bilder sprechen.

vsan

Vielen Dank auch an Kai, der das Video geschnitten und musikalisch untermalt hat.

Die Bilder sind einfach dreist von wikipedia.org genommen, da mir im Moment keine anderen zur Verfügung stehen. Im großen und ganzen ist es aber genau das, was wir auch alles mit eigenen Augen genau so gesehen haben!

PS: Kleiner Gag meinerseits: Die Anführungsstriche.


2 Kommentare

  1. flas said,

    ohne carlos ist das ganze aber kein revival >((((

    • vsan said,

      aber 75% der Crew waren anwesend, ergo die Mehrheit, ergo ein Revival wenn die das so wollen D:

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