Spielereien…

April 24, 2009 at 6:50 pm (Internet, Leben, Videospiele) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Guten Morgen liebe Waffenbrüder und Waffenschwestern.

Heute beschäftigen wir uns wieder einmal mit dem Thema „Gerechtigkeit„, vielen mag dieser Begriff vielleicht noch bekannt vorkommen. Früher haben wir ihn häufig benutzt, wenn wir uns nicht so gut behandelt gefühlt haben, wie andere.

Ein kleiner Exkurs:


Zu Ostern gab es ein Gewinnspiel bei Nintendo-Power.de (ich sollte allmählich Geld für die Erwähnung zugeschoben bekommen!), an dem ich teilgenommen habe.

Unter anderem gab es dort ein Paket von Ubisoft zu gewinnen, welches ein T-Shirt von „Rabbid of Persia“, eine faustgroße Rabbid-Figur und ein Rabbid-Brüllkissen beinhaltet. Nun, dieses Package habe ich mit etwas Glück ergattern können und selbiges erreichte heute gegen Mittag mein Zimmer.

Neben mir hat beispielsweise auch der nette Kyo gewonnen, andere hingegen nicht. Wenn ihr das jetzt so hört, denkt ihr sicherlich nichts dabei, sofern ihr allerdings ebenfalls teilgenommen habt, könnte es durchaus sein, dass ihr vielleicht ein wenig neidisch (Das T-Shirt ist verflucht schön!) geworden seid und jetzt vielleicht meint, dass die Welt wohl etwas ungerecht wäre.

Ich als Gewinner sage: Pech gehabt, hät jeden treffen können.

Wir sehen also, etwas ist nur gerecht oder ungerecht, solang es unserem persönlichen Vorteil dient, bzw. wir dadurch vielleicht einen Schaden (in welcher Hinsicht auch immer) davontragen. Ihr hättet, sofern ihr teilgenommen habt, sicherlich selbst gerne gewonnen und einen Preis erhalten, immerhin ist da ja nichts dabei und man gewinnt doch immer gerne. Euer persönlicher Vorteil gegenüber den anderen Teilnehmern vermindert sich, sobald sich herausstellt, dass ihr keiner der Gewinner seid (zumindest glaubt man das) und das empfindet man dann als ungerecht.

Ich hätte noch ein aktuelleres Beispiel.

Heute früh hab ich in deef ’s (der Mann der einen Offenen Brief zur „Killerspiel“-Debatte vorgeschlagen hat) Tweet gelesen, dass die Intel Friday Night, ein Computerspiel-Wettbewerb, nicht wie geplant stattfinden wird, da man (bezogen auf die Aussage des Stuttgarter Oberbürgermeisters) „eine solche Veranstaltung derzeit in [Stuttgart/Nürnberg] nicht akzeptieren“ könne, so der OB Nürnbergs Ulrich Maly.

Interessanterweise kümmerte man sich (nahezu) einen Scheißdreck um die Tatsache, dass zwei Tage vorher in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen gestorben sind, als im selben Nürnberg eine der weltweit größten Waffenmessen stattfand.

Ungerecht? Nein, eine Unverschämtheit ist es, wie ich finde, zu was sich diese Debatte allmählich entwickelt. Ich selbst spiele nur noch selten, zum einen ist mein Rechner zu alt, desweiteren meine Konsole ebenfalls und ich bin seit Sonntag in den Zwanzigern und auch nicht mehr der Jüngste. Trotzdem sehe ich Videospiele (egal welches Genre) als Unterhaltungsmedium der Modernen Gesellschaft, welche selbst genauso sehr an Extremfällen Schuld ist, wie jeder x-beliebige Faktor, der einen Menschen zu dem macht, was er eben ist, nämlich individuell.

Das Spiel ist der Weg der Kinder zur Erkenntnis der Welt, in der sie leben!“ sagte Maxim Gorki einst und drückt damit auch heute noch, wie ich denke, gut aus, was in unserer Welt vor sich geht, wenn auch nicht mehr in genauer Übereinstimmung mit seiner eigentlichen Intention.

Aber schauen wir uns die Welt an, besteht sie doch überall aus gewissen Ungerechtigkeiten und Gerechtigkeiten und wenn ich mir ein Gros der verteufelten Spiele ansehe, kann ich verstehen woher die Ideen und Anregungen kommen, nämlich von den Taten, von denen die Welt so geformt wird, wie wir sie heutzutage kennen. Kriege, Armut und was es nicht sonst noch alles gibt, sind teilweise immer wieder Themen, die aufgegriffen und die dann gespielt werden.

Also, was haben wir denn da? Wir haben Videospiele, die Bezug nehmen, auf das, was in der Welt passiert. Schön. Jetzt fängt man an diese Spiele zu verteufeln, schlecht zu machen etc pp. da solche Spiele die Hemmschwellen herabsetzen (durchaus nachvollziehbar und auch kein Einwand an dieser Stelle), man beginnt sie zu verbieten und so weiter und so fort. Einziges (theoretisches als auch praktisches) Problem an der Sache: Machen wir die Welt dadurch zu einem besseren Platz?

Ich sage Nein, Gewalt gibt es in Videospielen, weil es sie geben kann und weil unsere Welt durchaus gewaltätig ist bzw gewaltätig sein kann. Es ist natürlich vernünftig sie so gut es geht einzudämmen und wir haben mit der USK ja auch ein solches Medium zur Eindämmung, aber wir gehen doch auch nicht daher und verbieten den Kindern sich über die aktuellen Geschehnisse in der Welt zu informieren, oder?

Es gab auf der Waffenmesse in Nürnberg, laut Spiegel nur eine Person, die unverantwortlich fand, dass der Vater die Waffe für sein Kind zugänglich aufbewahrt hatte. Alle anderen vom FOCUS gefragten Leute, wollten sich dazu nicht äußern, oder behaupteten gar „Hier gibt es keine Verrückten“.

Muss es ja auch nicht.

Aber ich komme als vernünftiger Mensch doch eigentlich eher zu der Annahme, dass ich einen „Verrückten“ eher auf einer Messe für Samuraischwerter, Schusswaffen etc. finde, als bei einem Wettbewerb für Warcraft und Counter-Strike, oder nicht?

Wobei bei letzterem noch nicht einmal Waffen getestet werden konnten, hingegen auf der stattgefundenen Waffenmesse schon und auf die verschwundenen 15 Gewehre will ich gar nicht weiter eingehen.

Ich muss zugeben, ich bin nicht sonderlich interessiert an Politik und anderen Dingen in dieser Richtung, versuche mich aber doch ein wenig zu informieren. Aber mir vergeht echt die Lust in einer solch widersprüchlichen, fast schon paradoxen Welt zu leben, in der auf der einen Seite für Waffenbesitz (scheinbar!)eingestanden wird, aber auf der anderen Seite die Verbreitung von Spielen mit „Waffeninhalt“ auf solch plumpe Art versucht wird zu unterbinden.

Ich warte auf den Moment, in dem Politiker und Machtpersonen beginnen, die Bildungssysteme gegen noch schlechtere auszutauschen, weil sie erkennen, das in unseren Schulen und Universitäten die wohl größte Waffe entwickelt wird: der Verstand.

vsan

PS:

Für die nächste Wahl kann man ja dann folgende T-Shirts erstehen:

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