WAHNSINN!.. Oder..?

Dezember 20, 2008 at 8:01 pm (Music) (, , , )

Hollerö liebe Leserinnen und… ja.. okay.. auch Leser, wenn  es denn sein muss.

Man kann sagen es gibt viele verrückte Dinge auf der Welt, aber ich glaube nichts ist verrückter, als der Wahnsinn den Zwei sich teilen.

Kurzum, ich spreche von der so genannten „Folie à deux„, einer „Geistesstörung zu Zweit“. Bei dieser Erscheinung von Psychose werden die Symptome eines psychisch kranken Menschen, auf eine ihm nahestehende vormals gesunde Person übertragen.

Wie genau man das jetzt versteht,  ist mir, nachdem ich mich in die Thematik etwas eingelesen habe, immer noch nicht so recht klar,  aber es erklärt immerhin, dass Fall Out Boy versuchen mit ihrem neuen Machwerk „Folie à Deux“ ihre Symptome auf das Publikum zu übertragen.

Und direkt vorweg: Es gelingt ihnen!

Das neue Album unterscheidet sich hierbei jedoch noch etwas mehr von seinem Vorgänger „Infinity on High“ aus dem Jahre 2007. Zum einen schon dadurch, dass es viel mehr Kooperationen mit anderen Musikern gibt als damals.

Pharell Williams gibt sich als Producer die Ehre und anscheinend hat sogar Debbie Harry (Sängerin bei Blondie) bei einem der Songs in den Backgroundvocals ihre Finger im Spiel!

Ein weiterer Punkt in dem sich das neue Album vom Alten unterscheidet, ist allein schon der Stil. Während IoH bereits ein wenig mit verschiedenen Stilen experimentierte, wird dies bei FàD noch deutlicher, wirkt aber genauso wenig klumpig oder falsch, eher im Gegenteil, es macht das Album zu dem, was es ist.

Gleich der erste Track „Disloyal Order of Water Buffaloes“ beginnt mit Pauken… und.. ehrm.. Orgelklängen und stellt eine tolle Einleitung für den darauffolgenden, schon bekannten Titel „I Don’t Care“ dar, über den man sicherlich nicht mehr viel schreiben braucht, sondern einfach nur das Video dazu postet:

Mit „She’s My Winona“ geben FOB einen klassischen Rocksong zum besten, der zwar keine großartigen Überraschungen bietet, aber dennoch viel Spaß macht zu hören.

Wer sich das Mixtape „Welcome to the new Adinistration“ bereits vorab besorgt hat, wird den Song „American Suitehearts“ jetzt endlich in voller Länge hören können und darf sich freuen, denn er hält was er bereits auf dem Mixtape versprochen hat.

Auffällig ist vor allem, dass sich die Titel irgendwie verkürzt haben, waren FOB doch auch dafür bekannt ellenlange Titel für ihre Kunstwerke auszusuchen, dies scheint hier nur bei „Headfirst Slide into Cooperstown on a Bad Bet“ der Fall zu sein, denn alle anderen Titel halten sich in einer gewissen Rahmenlänge.

Nach der ersten Hälfte des Albums wird klar, es handelt sich um ein von Rocksongs durchsetztes Stück Polycarbonat. Was an und für sich ja eine tolle Sache ist. Aber es ist irgendwie anders. Trotzdem es an manchen Stellen etwas glatt wirkt, gibt es doch an manch anderer Stelle eine kleine Wendung, was diese Scheibe (meiner Meinung nach) recht FOB-untypisch macht und grade das, macht den Spaß daran aus, sich das Album immer wieder anzuhören.

Es ist steigert sich dann im Song „What a Catch, Donnie„, in dem das volle Ausmaß FOB’s Kollaborationswahnsinns deutlich wird, so wirkt der Track wie eine Revue mit mehreren Darstellern, die noch einmal alte Klassiker der Band zum Besten geben wie beispielsweise „“Thnks fr th Mmrs„, „Dance, Dance“ und vielen weiteren.

Danach geht es dann etwas härter zur Sache… obwohl vereinzelt diverse Elemente anderer Musikrichtungen zu vernehmen sind, liegt das Hauptaugenmerk doch auf dem Rock-Punk-Wasauchimmergenau.

Mit gewohntem lyrischen Einsatz und zahlreichen bildlichen Vergleichen schreitet der Wahnsinn voran, mit Zeilen wie „When home is where the heart is/Then we’re all just fucked“ machen FOB bei „27“ deutlich, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Was dann im weiteren Song „Tiffany’s Blew“ verdeutlicht wird und wieder einmal von Frauen handelt. Frauen die sich wohl etwas übernehmen… oder scheiße benehmen… je nachdem…

Das besondere an diesem Song ist sein markantes R&B-ähnliches Intro, was dann von den Gitarren direkt wieder überdeckt wird und wohl einer der kreativeren Tracks des Albums ist, bzw. einer der Experimentelleren. Dies könnte unter anderem an der Zusammenarbeit mit Lil‘ Wayne liegen, welche ich mir vor dem hören eher als schädlich vorgestellt hätte. Jedoch wurde ich eines besseren belehrt und inzwischen gehört dieser Song zu einem meiner Lieblinge.

Zu diesen Favoriten zählt absofort auch „20 Dollars Nose Bleed“ in dem (ich kann sie immer noch nicht leiden) der Sänger von Panic at the Disco (anscheinend neuerdings ohne Ausrufezeichen), neben Patrick seine Stimme leiht (der Mann von dem ich spreche heißt übrigens Brendon Urie). Dass die Herren von PatD hier ihre Finger im Spiel hatten, merkt man schon irgendwie an den Trompeten, dem eher leichteren Gitarren und eben allem anderen, was so für PatD-Songs typisch ist.

Der Song macht gute Laune, auch wenn er mehr oder weniger von „Mr. Benzedrine“ handelt. Unter dem Namen Benzedrine/Benzedrin wurde in den 30er Jahren in Amerika und auch in Deutschland Amphetamin als Asthmaspray verkauft, bis Studenten dann nach einiger Zeit bemerkten, dass es sich prima eignet um die Nächte durchzulernen (sind die blöd.. nehmen Drogen und lernen die Nächte dann durch… DOH!). aber grade diese müdigkeitsvertreibende Eigenschaft macht es ja in Künstlerkreisen auch wieder interessant.

Womit wir auch gleich wieder was gelernt hätten… was ja heutzutage bei der ganzen Musik die im Fernsehen rauf und runter läuft, eher seltener der Fall ist!

Fazit:

Das Album ist also wirklich dazu in der Lage eine „Folie à deux“ bei seinem Hörer auszulösen, sofern man sich den doch recht poppigeren Klängen von FOB’s neuer Scheibe hingeben kann. Dies allerdings sollte nicht allzu schwer fallen.

Fall Out Boy exprimentieren immer noch ein bisschen weiter, aber das kommt ihnen nur zu gute. Sie entwickeln sich weiter, bleiben nicht stehen, aber machen auch nichts falsch. Das neue Album wirkt rund und hat vielleicht hier und da ein paar Ecken und Kanten, aber man kann es ja nicht immer jeden Recht machen.

Fans der Band sollten es sich auf jeden Fall zulegen. Alle anderen können ja mal beim Saturn im Elektronikfachmarkt ihres Vertrauens reinhören und dann entscheiden. Für mich ist es gegen Ende des Jahres noch einmal ein kleines Geschenk, das mir gemacht wurde. Von einer Band die, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wirkt, tiefgründige Texte hat – von denen man sogar nochmal was interessantes lernen kann!

In diesem Sinn wünsche ich all meinen Lesern schon mal ein frohes Fest und natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Vorerst war es das mit der „vREAKY Rebellion“ für das Jahr 2008, eventuell kommt noch mal ein kleiner Rückblick, aber da ich nach den Feiertagen meine Familie und Verwandten besuchen gehe, wird das schwer zu verwirklichen sein. Aber man soll den Abend ja nie vor dem Tag loben.. oder so…

Ein frohes neues Jahr!

vsan

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